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Zweiter Protestbrief: Green Party of Iran warnt vor der gefährlichen
Iranpolitik von Bündnis90/Die Grünen
Berlin, den. 25.10.2009 Dr. Kazem Moussavi (Sprecher der Green Party
of Iran in Deutschland) Green Party of Iran warnt vor der gefährlichen
Iranpolitik von Bündnis90/Die Grünen Zweiter offener Protestbrief an den
Bundesvorstand, an die Abgeordneten sowie die Mitglieder von Bündnis 90/Die
Grünen Sehr geehrte Frau Claudia Roth, Sehr geehrter Herr Cem Özdemir,
Nach meinem ersten Protestbrief gegen die deutsche Grüne Iranpolitik muss
ich leider feststellen, dass Sie jetzt auch mein Leben und das der Exil-Iraner
gefährden! Meine Proteststimme ist eine politische Warnung an den Bundesvorstand
hinsichtlich dessen Antwort, vertreten durch Herrn Ali Mahdjoubi. Liebe
Parlamentarier, Liebe Mitglieder, Mit grosser Bestürzung habe ich die
Antwort des Bundesvorstandes zur Kenntnis genommen: - Sie demaskieren
Ihre systemerhaltende Iranpolitik, welche gegen das Interesse der iranischen
Bevölkerung sowie die Sicherheit und Stabilität in der Region und Israel
ist. - Sie verharmlosen Ihre Zusammenarbeit mit der durch das islamische
Regime geförderten Iran-Lobbyorganisation gegen „Krieg und Sanktionen“
„CASMII“ bzw. mit deren Vertretern in Deutschland, welche im Namen des
Friedens de facto die Interessen des Mullah-Regimes vertreten (siehe Dokument
im Anhang). - Sie unterstützen Schein-Oppositionelle und Gruppierungen,
deren Repräsentanten sich für die vermeintlichen Reformkräfte innerhalb
des Mullah-Systems einsetzen. Dass diese Kräfte ihre Loyalität zum religiösen
Grundgesetz und zum Erhalt des Systems der Herrschaft des Rechtsgelehrten
(Velayat-e Fagih) - also in der Konsequenz des obersten religiösen Führers
Khamenei - schriftlich erklärt haben, ist dem Bundesvorstand wohl bekannt.
- Sie werten Oppositionsgruppen und Regimegegner im Exil ab und zensieren
diejenigen, die das Hauptinstrument für einen demokratischen säkularen
Wandel zum nachhaltigen Iran sind. Darüber hinaus diffamieren und reglementieren
sie weiterhin die Green Party of Iran in Deutschland. Hier eine aktuelle
Anweisung von Claudia Roth, nach meinem ersten Protestbrief an Herrn Cem
Özdemir Auf der folgenden Homepage ist Fett zu lesen: ( http://www.gol-bad-aibling.de/home/home-news-detail/archive/2009/september/27/herzliche_einladung_der_gruenen_kv_rosenheim-1/?cHash=1082c34e59)
*„Ein wichtiger Hinweis von der Bundesvorsitzenden Claudia Roth: **Auf
Dr. Kazem Moussavi, der versucht, sich bei unseren Abgeordneten und Kreisverbänden
als Repräsentant von "Green Party of Iran" anzubieten bzw. anzubiedern,
sollen OVs bitte nicht eingehen. Mehr Infos gibts über den KV-Vorstand!“*
Die Meinungsäußerung eines Oppositionellen durch Claudia Roth einzuschränken
bzw. zu verbieten, ist sicher ein Geschenk für Ahmadinejad und für die
bereits verfolgte Politik des Mullah-Geheimdienstes in Deutschland. Ein
weiterer Skandal besteht darin, dass der Bundesparteivorstand nun sogar
mein Leben als Exil-Iraner gefährdet: Der Brief von Ali Mahdjoubi aus
Claudia Roths Büro nennt meine komplette Adresse und ist auf einer in
Deutschland von den Agenten der iranischen Geheimdienste betriebenen Website
namens www.achtung-mojahedin.deaufgetaucht
(wahrscheinlich seit 02.08.2009). Gibt man bei Google den Namen Kazem
Moussavi ein, landet man direkt auf dem PDF-Brief von Claudia Roth, samt
Bundesadler und meiner gesamten Privatanschrift, deren Veröffentlichung
aus politischen Sicherheitsgründen und auch prinzipiell unerlaubt ist.
http://www.google.de/search?q=kazem+moussavi&ie=utf-8&oe=utf-8&aq=t&rls=org.mozilla:de:official&client=firefox-a
http://www.achtung-mojahedin.de/3%5B1%5D.%29%20Kazem%20Moussavi%20Entgegnung%20auf%20eine%20Polemik%20090902.pdf
Zur Information: Die Website ACHTUNG-MOJAHEDIN (auf Persisch AAWA und
Englisch IRAN-AAWA ASSOCIATION) ist gegenwärtig eine der wichtigsten vernetzten
Webseiten (siehe Fussnote am Ende dieses Briefes), welche die Politik
des Mullah-Geheimdienstministeriums in Deutschland und Europa vorantreibt.
Alle diese Webseiten und deren verbündete Kultur-Vereinigungen (wie die
*Dena-Organisation und die Iran-Sabz Association in Deutschland sowie
die Peyvand-Vereinigung in den Niederlanden) *konzentrieren ihre Propaganda
auf die Opposition und auf aktive Systemgegner, während sie unabhängige
oder sogar gegen das Regime eingestellte Namen zur Deckung nutzen (siehe
Jahresbericht 1997 und der folgenden Jahre des deutschen Bundesamtes für
Verfassungsschutz). Die Webseite „Achtung-Mojahedin“ wird durch Mohammad
Ali Akbar Rastgoo in Köln verwaltet. Als Schein-Oppositioneller reist
er mit einem deutschen Ausweis ständig in den Iran. Seine extreme ideologische
und finanzielle Nähe zum Regime wird ihm vom Zentrum für Dokumentation
der islamischen Revolution selbst nachgesagt. Die Aktivitäten des Zentrums
werden durch die terroristischen Quds- und Badr-Brigaden der Revolutionsgarden
in Teheran zum Export des Islamismus unterstützt (Ali Akbar Rastgoo wird
auf Persisch im Titel des Textes unter dem folgenden Link der Website
aviny.com genannt, die als Koordinator islamistischer Aktivitäten der
Qods-Brigaden des iranischen Regimes fungiert: http://www.aviny.com/Occasion/Enghelab_Jang/Mersad/87/Gorohak_Monafeghin.aspx
). Diese Zusammenarbeit von Ali Akbar (Bahman) Rastgoo und seinem Komplizen
Mehdi Khoshal mit dem iranischen Nachrichtendienst ist auch den Sicherheitsorganen
Deutschlands wohl bekannt (siehe den Bericht des Nachrichtenmagazins „Spiegel“
Nr. 29 vom 14 Juli 08, Seite 18, über die Festnahme der zwei iranischen
Geheimdienstagenten mit den abgekürzten, oben genannten Namen A.R. und
M.K) Die Adresse eines oppositionellen Aktivisten im Internet den iranischen
Behörden, den Sympathisanten der terroristischen Handlanger des Mullah-Regimes
von Hamas und Hizbollah sowie deutschen Rechtsradikalen zur Verfügung
zu stellen, gleicht einer Aufforderung zur Einschüchterung und zur Verfolgung,
die der iranische Geheimdienst derzeit gegen Oppositionelle hierzulande
intensiv verfolgt. (Der stellvertretende Leiter des Hamburger Landesamtes
für Verfassungsschutz, Manfred Murck, warnt etwa im ARD-Magazin "Panorama"
vor dem iranischem Geheimdienst, s. z.B. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,655307,00.html
.) Es sollte geklärt werden, in welcher Form Claudia Roths Büroleiter
Ali Mahdjoubi mit den Betreibern der Hompage „Achtung-Mojahedin“ Ali Rastgoo,
Hadi Schams Haeri, Karim Haghi, Mehdi Khoshal und Mohammad Hossein Sobhani
in Kontakt steht oder wie sie zum PDF-Brief des Parteivorstandes an mich
gekommen sind. Im Folgenden möchte ich kurz auf einige Ihrer Behauptungen
eingehen, die falsch und unwahr sind: A- Sie schreiben; *„Bündnis 90/Die
Grünen haben keinerlei Beziehungen zur CASMII (Campaign Against Sanctions
and Military Intervention in Iran).“ „Prof. Dr. Mohssen Massarat ist ein
angesehener und anerkannter Politikwissenschaftler und Iran-Kenner, der
aber nie Mitglied der Grünen Partei gewesen ist“ *und* „Es ist allerdings
das gute und überaus demokratische Recht der anderen, eine Gruppe zu bilden,
die andere Positionen vertritt als Sie“*. Es ist nicht entscheidend, ob
Mohssen Massarat Mitglied der Grünen Partei ist oder nicht. Wichtig ist
allerdings, dass er als ein prominentes Mitglied im Wissenschaftsbeirat
und als öffentlicher Repräsentant der vom iranischen Regime gesteuerten
CASMII-Gruppe in Deutschland agiert. ( http://www.campaigniran.org/casmii/index.php?q=node/7237).
Er kann die Iran-Politik der B90/Die Grünen beeinflussen, da er immer
wieder ein gern gesehener Referent von Iran-Veranstaltungen der Grünen
Orts- und Landesverbände und der grünennahen Heinrich-Böll Stiftung ist,
deren Vertrauensdozent er seit 1998 ist. Sie haben in Ihrem Brief nicht
erwähnt, dass Frau Angelika Beer gute Kontakte zu CASMII hat. Sie hat
den Gründer von CASMII in Deutschland, Ali Fathollah Nejad, und seine
politischen Freunde von* EJI *(Ettehade-Joumhorikhane Iran des Schwiegervaters
von Joschka Fischer Dr. Mehran Barati)* *als „Umwelt- und Iran-Experten“
zu einem Seminar im Europa-Parlament eingeladen, um für deren Politik
zu werben (am 17. März 2009): http://verts-europe-sinople.net/Conference-Iran-Europe-Une-vision-Verte-pour-l-avenir
B - Ali Mahdjoubi schreibt, dass „die Heinrich-Böll-Stiftung eine Avantgardearbeit
in vielen Ländern und Krisenregionen leistet, die von Gewalt und Staatszerfall
geprägt sind.“. Natürlich spricht prinzipiell nichts gegen eine progressive
Kulturaktivität. Die Realität ist jedoch, dass die kulturrelativistischen
Theorien und Projekte der Heinrich-Böll-Stiftung bezüglich des Iran bisher
darauf basieren, sich überwiegend mit den offiziellen Kulturschaffenden
und Institutionen auszutauschen. Mit einem religiösen Regime, das sich
seit 30 Jahren im Iran intensiv bemüht, die nicht-islamischen Elemente
der persischen und anderer im Iran vorhandenen Traditionen, Sprachen,
Religionen und der humanistischen Zivilisation zurückzudrängen und total
zu vernichten, ist ein Kulturdialog nicht im Sinne der iranischen Bevölkerung
möglich und fördert nur die Kultur des Islamismus - auch hier in Deutschland.
So dulden die deutschen Grünen auch die gefährliche Verbreitung des Fundamentalismus
bei Immigranten und Immigrantinnen sowie die Unterdrückung der Frauen
und Bi- und homosexueller Menschen im Islam. C - Es sollte noch einmal
klargestellt werden; Die „Green Party of Iran“ wurde vor 10 Jahren in
den USA und in CANADA gegründet bzw. registriert. Ich habe Ende 2001 zwecks
einer offiziellen Vorstellung und wegen der Gründung dieser Partei in
Deutschland das Bündnis 90/Die Grünen informiert. Während unseres langen
Gespräches war auch die angesehene Menschenrechtsaktivistin Frau Fathiyeh
Naghibzadeh anwesend. Sie ist bereit zu bezeugen, dass die Behauptung
Ali Mahdjoubis, ich habe darum gebeten „die iranischen Exil-Parteien -
in den Genuss von Steuerprivilegien und der staatlichen Parteienfinanzierung
kommen zu lassen“, absolut falsch und unwahr ist. D1 - Ali Mahdjoubi berichtete
noch vor kurzem den IranerInnen über meinen Brief in der Berliner iranischen
Homepage „Iran-aktuell“. Er schrieb polemisch auf persisch und bestätigte
die intensive Kooperation der deutschen Grünen mit Schein-Oppositionellen
im Folgenden ( http://iran-aktuell.de/88.html):
*„Weil die Grüne Partei Deutschlands von Zeit zu Zeit Herrn Barati [den
Schwiegervater Joschka Fischers, K.M.] und ausschliesslich die Vertreter
von EJI (Ettehade-Joumhorikhane Irani) als eine vertrauensvolle iranische
Opposition zur Diskussion gebracht haben und nur diese eingeladen worden
sind, ist dies für Kazem Moussavi ein Vorwand, in seinem Brief an den
Bundesvorstand Herrn Barati, Joschka Fischer und den gesamten EJI mit
der Islamischen Republik Iran in Verbindung zu bringen“* Zur Information:
Die EJI-Gruppe ist ein Bündnis, das überwiegend aus linken (Ex-)Mitgliedern
der (prosowjetischen) Toudeh- und Akzariat-Partei besteht. Seit der Gründung
werben sie politisch - aus welchem Grund auch immer - für die sogenannten
Reformkräfte wie Ex-Präsident Chatami, während der letzten Wahlen und
bis heute für Mousawi und Karroubi, welche in ihren früheren politischen
Funktionen, so wie Ahmadinejad aktuell, die iranische Bevölkerung grausam
und systematisch unterdrückt und ausgebeutet haben. D2- Ali Mahdjoubi
schreibt auf persisch weiter: *„Das Ziel von Kazem Moussavis Protestbrief
ist hauptsächlich, die deutschen Medien auf sich und seine behauptete
Partei [...] aufmerksam zu machen. Es ist damit beabsichtigt, seitens
der Gruppen, die für [George] Bush sind, von ausländischen Kreisen, von
Anti-Moslemen wie auch von den politischen Flügelspielereien innerhalb
Israels anerkannt zu werden! Der Sinn und die Art und Weise seiner politischen
Bemühungen haben erstaunliche Ähnlichkeit mit denen anderer Gruppierungen,
welche nach den aktuellen Erfordernissen und der Situation der VOLKSMODJAHEDIN
hier und anderswo gebildet werden, um ein Deckmantel für jene Politik
zu sein, für die es keinen direkten Käufer gibt. […]. Dass diese Scharlatane
(gemeint sind meine Person und mein Parteifreund in den USA, Kayvan Kaboli,
Anmerkung K.M.) ihre Chancen mit dem „Grün“ versuchen, ist eine andere
Geschichte.* Wer sich ein wenig mit den Positionen der Green Party of
Iran und den denen der Volksmodjahedin beschäftigt, wird unschwer die
theoretischen und strategischen Differenzen beider Organisationen – z.B.
bei der Einschätzung der Bedrohlichkeit des Antisemitismus und Antizionismus
des Regimes - erkennen. Die permanente Klassifizierung von konsequenten
Oppositionellen, die sich für die Abschaffung der Islamischen Republik
Iran aussprechen als Volksmodjahedin hat jedoch ihre eigene Logik. Die
Europäische Union hatte diese Organisation von 2002 bis 2008 nachweislich
einzig und allein auf ihre Terrorliste gesetzt, um Forderungen des iranischen
Regimes zu erfüllen. Die EU sendete damit ausserdem ein Signal an alle
iranischen Oppositionellen: wer konsequent gegen das islamische Regime
im Iran kämpft, kann als Terrorist klassifiziert werden. Dieser Diffamierungsstrategie
folgt Ali Mahdjoubi in seiner Antwort auf meinen offenen Brief. E - Sie
behaupten, die Positionen der Green Party of Iran seien irrelevant und
marginalisiert und ich versuche, eine Diskussion zu „erpressen“. Ich frage
mich und die Mitglieder der Grünen Partei Deutschlands, warum in Wirklichkeit
von Seiten des Parteivorstands der Grünen ein dermaßen großer Aufwand
betrieben wird, um eine kritische Debatte über die grüne Iranpolitik mit
allen Mitteln zu verhindern. Ist sich der Parteivorstand seiner Positionen
so unsicher, dass er per schriftlichem und telephonischem Druck seinen
Ortsverbänden und Abgeordneten jeden Kontakt mit mir verbieten muß? Es
liegen mir bereits Dutzende Kopien von E-Mail-Sendungen Ali Mahdjoubis
- mit identischen Textbausteinen - an Grüne Landes- und Bundestagsabgeordnete
vor, in denen er mit der Verbreitung ähnlicher falscher Informationen
versucht, den notwendigen Dialog von Exiliranern in Deutschland mit Grünen
Parlamentariern systematisch zu verhindern. Einen Auszug der E-Mail-Sendung
vom 19. August 2008 sehen Sie unten: *„Die Art und Weise, wie eine Anfrage
formuliert und ein Gespräch „erpresst“ wird, ist ein klarer Hinweis darauf,
dass es von den so genannten „Mojahedin“ oder ihrem politischen Arm NWRI
(Nationaler Widerstandsrat Iran) kommt. Wenn nicht, dann von der iranischen
Arbeiter-Kommunistischen Partei,[…], die nicht einen Deut besser oder
demokratischer ist. Auch die Form der Anfrage ist inakzeptabel! Allein
die Abstammung oder der Exilantenstatus sind jedoch keine Gründe, Gesprächstermine
anzubieten. Warum sollte man die Katze im Sack kaufen? Vor allem, wenn
sie nur allgemein bekannte Informationen mitliefern, warum sie einen Gesprächstermin
bekommen sollten [...] Inhaltlich würde das Gespräch K. M. keinen Schritt
weiterbringen. Wenn Ihr absagen wolltet, kann man es mit dem Hinweis auf
die Stellungnahmen unserer Aussen- und MenschenrechtspolitikerInnen tun,
die klar und nicht opportunistisch die Politik der islamischen Republik
Iran kritisiert und die Zivilgesellschaft dort unterstützt haben und es
laufend noch tun. Das Ganze verbunden mit einer „Belehrung“, dass die
Infos uns bekannt sind und uns auch beunruhigen, dass wir nicht jede Anfrage
positiv bescheiden können, aus Zeit- und Kapazitätsgründen [...]. * Herr
Mahdjoubi hat mir in Vertretung des Bundesvorstands Zynismus gegenüber
den verhafteten Anhängern von Mousawi und Karroubi vorgeworfen. Dies ähnelt
der Politik, die die Heinrich-Böll-Stiftung bereits zur Amtszeit Chatamis
betrieb. Nachdem sie im Jahr 2000 unter Ausschluß und heftigem Protest
der Exilopposition die sogenannte „Berliner Konferenz“ mit Reformern aus
dem Iran abgehalten hatte und anschließend Teilnehmer dieser Veranstaltung
im Iran verhaftet wurden, machte sie die Proteste der Exiliraner dafür
verantwortlich, anstatt das Regime in Teheran. Die Verhaftungen von „reformistischen“
Anhängern der Islamischen Republik - die selbstverständlich verurteilenswert
sind - beweisen jedoch gerade, wie fatal die Verbreitung von Illusionen
über die Reformierbarkeit eines Regimes ist, das im Zweifelsfall ohne
Gnade selbst seine eigenen Anhänger opfert. Diese funktionalen Illusionen
scheinen aber ausgerechnet zum Credo einer Partei geworden zu sein, die
sich ihr Engagement für Bürgerrechte, Freiheit und Demokratie zugute hält.
Man kann den Eindruck gewinnen, dass grüne Politiker den Erhalt der Islamischen
Republik zur strategischen Frage gemacht haben. Hier nur drei Beispiele
aus jüngster Zeit: - Am 16. Juni diesen Jahres hatte die Heinrich-Böll-Stiftung
Sachsen in Leipzig eine Veranstaltung mit dem iranischen Botschafter Sheikh
Attar geplant, der noch nicht einmal ein Reformist ist, sondern ein Anhänger
Ahmadinejads und an dessen Händen Blut klebt. Die Veranstaltung wurde
erst nach breiten und heftigen Protesten abgesagt. - Am 7. Juli veranstaltete
die Heinrich-Böll-Stiftung einen „Iran-Tag“ in Berlin: geladen war unter
anderem der erwähnte Mohssen Massarrat sowie der inzwischen verstorbene
Politikberater Johannes Reissner, der in seinen Publikationen für „Regimesicherheit“
für die iranische Diktatur warb. - Am 7. September plante die Körberstiftung
Hamburg eine Veranstaltung mit dem folgenden Titel: „Die Zukunft des Nahen
und Mittleren Ostens. Aussenminister a.D. Joschka Fischer und Hassan Rohani,
Mitglied des Obersten Nationalen Sicherheitsrates Irans diskutieren Perspektiven
für die Region.“ Nur die Absage Rohanis, der sich rühmt, die Europäer
in Atomverhandlungen an der Nase herumgeführt zu haben, verhinderte das
Zustandekommen der Veranstaltung in dieser Form. Sie haben in Ihrem Brief
zu Recht erwähnt, dass Sie zwischen der Green Party of Iran und Bündnis90/Die
Grünen „vor allem gravierende Unterschiede in der Bewertung der Lage im
Iran und der politischen Antworten“ sehen. Daher fühle ich mich im Besonderen
gegenüber den MitgliederInnen und Mitgliedern Ihrer Partei verpflichtet,
anhängend unsere Analyse des Regimes und grüne Strategien in der aktuellen
politischen Situation kurz zu diskutieren Ich schlage dem Bundesvorstand
von Bündnis 90/Die Grünen auf dieser Grundlage ein öffentliches Streitgespräch
über die Iranpolitik vor, unter Beteiligung von Vertretern der Green Party
of Iran und den demokratischen Oppositionsgruppen, welche für den Regimewechsel
sind, veranstaltet vom Stop the Bomb-Bündnis in Deutschland. Mit freundlichen
Grüssen, Dr. Kazem Moussavi Fussnote: http://www.achtung-mojahedin.de,
http://www.iran-aawa.com/index.htm, http://www.irandidban.com/index-e.asp,
http://www.iran-interlink.org, http://www.nejatngo.org/index_en.php, http://www.theblackfile.com/edefault.asp,
http://www.habilian.com/default-en.asp, http://www.negaheno.net/, http://www.banisadr.info/,
http://hasanzebel.blogfa.com/, http://www.iran-sabz.de/, http://82.182.32.11/falagh/index.php,
http://www.zarrebin.com/, http://www.zarrebin.com/English/default.asp,
http://www.iranpeyvand.com/index.html, http://www.survivorsreport.org/,
http://www.irane-ayandeh.com/, http://www.mehdis.com/ Hier noch einmal
der link der Grünen Bad Aibling, im Anhang der Screenshot der Website:
http://www.gol-bad-aibling.de/home/home-news-detail/archive/2009/september/27/herzliche_einladung_der_gruenen_kv_rosenheim-1/?cHash=1082c34e59
------------------------------- ANHANG: *Diskussionspapier der Green Party
of Iran zur Kritik der Iranpolitik von Bündnis 90/Die Grünen:*** Die Green
Party of Iran vertritt die Meinung, dass das islamische Regime, wie anhand
dessen Staatsdoktrin und bisherigen politischen Handlungen erkennbar ist,
ein klerikalfaschistisches System und dementsprechend nicht reformfähig
ist. Das sich atomar bewaffnende Mullah-Regime bewerten wir als eine Bedrohung
für den Iran, Israel und für die nachhaltige Entwicklung der Weltgemeinschaft.
Der schiitische Antisemitismus von Khomeini und seinen Nachfolgern im
islamischen Regime basiert auf der Vorstellung der Wiedergeburt des 12.
verborgenen Imam Mahdi und dessen jihadistischem letzten Krieg zur Säuberung
der ganzen Welt von Ungläubigen und Juden. Der globale Herrschaftsanspruch
des Mahdismus, der durch Aggressionen gegen religiöse Minderheiten (vor
allem gegen die Bahai), sowie durch die Vernichtungsdrohung gegen Israel
gekennzeichnet ist, ist das Fundament der territorialen Expansionspolitik
zur Islamisierung nach Innen und Aussen. Die Instrumente dazu sind: Die
Atombombe und ein nukleares Raketenarsenal sowie die Appeasementpolitik
und die Wirtschaftsbeziehungen zum Westen, welche für das Fortbestehen
des Mullah-Systems unverzichtbar und essentiell sind. Ähnlichkeiten zwischen
dem Anspruch auf Weltherrschaft von Ali Khamenei und seines Systems zur
Politik des Nationalsozialismus existieren, ohne beide gleichsetzen zu
können; im Mittelpunkt des ideologischen Sendungsbewusstseins steht nicht
das „deutsche Wesen", die „arische Rasse" und die "deutsche Nation", sondern
die Vorherrschaft einer Religion. Die islamische Weltanschauung muss deshalb
ernst genommen werden. Sie ist nicht nur Mittel zum Zweck, sondern steht
im Zentrum jeglicher politischer Handlung der Mullahs und deren Präsidenten,
ganz nach den Grundsätzen des Korans und der Scharia. Nur vor diesem Hintergrund
kann die Aussenpolitik des Regimes verstanden werden, das ungeachtet weltweiter
Besorgnis und der aktuellen UN-Sicherheitsrat-Resolutionen, des Gesprächangebots
der USA und trotz der Zugeständnisse Deutschlands und Europas, mit Vertuschung
und Lügen unter dem Deckmantel der friedlichen Atomenergienutzung den
Bau einer Atombombe anstrebt, den Holocaust leugnet und das Land Israel
vernichten will. Man kann nicht mit dem Holocaustleugner-Regime „intensiven
Dialog“ pflegen und sich gleichzeitig an der Seite Israels fühlen. Jegliche
Verharmlosung und Ablenkung von diesen Gefahren des islamischen Regimes
und die damit verbundene Dialog- und Beschwichtigungspolitik der Geschäftsbeziehungen
*sind die größte Hilfe für die Mullahs zum Bau einer Atombombe. *Die kürzliche
Enthüllung der unterirdischen Atomanlagen in QUM und in Teheran sowie
*der aktuelle IAEA Bericht bestätigen das Atomwaffenprogramm der Mullahs
und signalisieren - auch *im Interesse von Menschenrechten, Umwelt/Ökologie
und Frieden - *die Notwendigkeit von: * *Stop the Bomb und Stop the Appeasement!
* Eine entsprechend entschlossene Politik würde die Menschen im Iran mit
Sicherheit zu noch intensiveren Protesten gegen das Regime ermuntern,
um endlich die eigentliche globale Gefahr, die das atomare klerikalfaschistische
System Irans darstellt, zu beseitigen und damit einen entscheidenden Beitrag
zum Frieden im Nahen Osten zu leisten. Der Bundesvorstand der Grünen ist
der Meinung: *“Es gibt im Iran derzeit keine Partei und keine Massenbewegung,
die für eine sofortige Abschaffung der Islamischen Republik eintritt“,*
und *„Die Alternative heisst derzeit entweder eine delegitimierte fundamentalistische
Regierung von Ahmadienejad und der ihn unterstützenden Revolutionsgarden
oder eine gemässigte Regierung unter und mit den Reformern, die mehr Freiheiten
zuliesse.“ *(Aus Ali Mahdjoubis Erwiderung auf meinen Brief) *"Wir unterstützen
die Idee des ehemaligen Präsidenten Chatami nach einem Referendum über
das Wahlergebnis. Das wäre ein Weg für alle Beteiligten *(also auch für
das undemokratische religiöse System, Anmerkung Kazem M.)*, den Streit
*(man beachte den Begriff angesichts der gewaltsamen Angriffe gegen die
Massen friedlicher Demonstrantinnen und Demonstranten sowie der Folterungen
und Morde in den Gefängnissen, Anmerkung Kazem M.)* über die Wahlergebnisse
im Rahmen (!) der geltenden Gesetze und ohne Gewalt und Blutvergießen
beizulegen“* (aus der offiziellen Erklärung "zur Lage im Iran" von Frau
Roth vom 23.7.09). Mit dieser Politik unterstützen Claudia Roth und der
grüne Bundesvorstand offensichtlich eine Politik der Beendigung der Demonstrationen
und einer „Lösung“ unter Einschluss des Regimes und unter Beibehaltung
der menschenverachtenden Mullah-Verfassung. Die allseits bekannte Lieblingsopposition
des Bundesvorstandes ist Mir-Hossein Mousawi. Mousawi nennt sich selbst
einen "fundamentalistischen Reformer" und warb auf Plakaten mit dem Slogan
"Duft des Imam Khomeini". Mousawi hat bei seinem Treffen am 30. September
2009 mit der sogenannten Fraktion der Linie Imam Khomeinis im Majlis-Mullahparlament
klargestellt, dass seine - d.h. von der deutschen Grünen Partei unterstützte
- Position untrennbar verbunden ist mit dem islamischen System und der
islamischen Revolution. Und dass es ihm um den Erhalt der islamischen
Republik geht, kein Wort mehr und kein Wort weniger. Er lehnt als Basis
für Verhandlungen mit den USA und Europa die Aussetzung der Urananreicherung
ab. Er schrieb in seinem letzten Brief Nr. 13, dass er strikt gegen Sanktionen
gegen das Mullah-Regimes ist, eine Aussage, die von der Grünen Partei
Deutschlands zu Ungunsten der iranischen Bevölkerung unterstützt wird.
Mousawi hilft dadurch aber nur seinem Konkurrenten Ahmadinejad und den
Revolutionsgarden an der Macht, die ebenso gegen Sanktionen des Regimes
sind. Hauptleidtragende dieser Politik ist wieder einmal hauptsächlich
die iranische Bevölkerung. Nach offiziellen Angaben der iranischen Nachrichtenagentur
FarsNews leben derzeit mehr als 80 Prozent der Menschen im Iran an oder
unter der Armutsgrenze. Gleichzeitig fließen die Einnahmen von Wirtschaftsbeziehungen
und Öl- und Gasgeschäften mit Deutschland und westlichen Ländern etc.
in den Ausbau des Repressionsapparats, in die Atomprojekte und die Unterstützung
von Terroristen oder einfach in private Taschen des Establishments. Präsidentschaftskandidat
Mohsen Rezai zufolge sind 340 Milliarden US-Dollar an Einnahmen vor allem
aus dem Öl- und Gasgeschäft in den letzten Jahren verschwunden. Aus der
Sicht der Green Party of Iran sowie des Bündnisses „Stop the Bomb“, deren
Mitglied wir sind, gehören die Unterdrückungspolitik nach innen, die Expansionspolitik
nach außen und der Antisemitismus des Regimes untrennbar zusammen. Die
Atombombe verbindet diese Komponenten miteinander und es ist falsch, nur
einen dieser Aspekte zu bekämpfen. Das Regime sieht in der Atombombe seine
Überlebensgarantie. Es ist deshalb eine Illusion, zu glauben, es könne
einen Kompromiss mit den Herrschern der Islamischen Republik geben, in
dem das Regime seine Fähigkeit zum Bau der Bombe verliert. Genauso illusorisch
und gefährlich ist es aber, über den Expansionismus des Regimes zu schweigen
und ausschließlich die Menschenrechtsverletzungen zu kritisieren. Denn
das islamistische System zieht seine Stärke und seine Bündnispartner aus
seiner jihadistischen Aussenpolitik und aus dem Appeasement westlicher
Länder. Im Iran selbst ist das Regime am schwächsten. Wir sind davon überzeugt,
dass das Schicksal des Irans und die Menschenrechte der iranischen Bevölkerung
mit dem Schicksal der Juden und des Staates Israel untrennbar und direkt
verbunden sind. Wir sehen uns mit dieser Position durch die Ereignisse
der letzten Monate im Iran bestätigt. Auf dem sogenannten Al-Quds-Tag
am 18. September haben die Menschen im Iran der totalitären islamistischen
und antisemitischen Ideologie des Regimes – gegen den erklärten Willen
der Reformer – eine eindeutige und beeindruckende Absage erteilt. Den
Hassparolen gegen die USA und Israel setzten die Demonstranten Slogans
gegen die Unterstützerregierungen der Islamischen Republik entgegen. Zigtausende
iranische Menschen riefen während der Proteste im ganzen Land „Freiheit,
Unabhängigkeit, IRANISCHE Republik“ und „Weder GAZA noch LIBANON, mein
Leben opfere ich für den IRAN“ und drückten damit ihre Ablehnung der expansionistischen
Ideologie des Regimes aus. Diese Parolen zeigen eindrucksvoll, dass es
der Mehrheit der Bevölkerung längst nicht mehr um Neuwahlen bezüglich
der manipulierten Wahlergebnisse im Rahmen der Islamischen Republik geht.
Für sie sind Ahmadinejad und das Mullah-System nicht legitim und müssen
zugunsten eines freien, demokratischen und säkularen Irans abgeschafft
werden. Es ist deshalb die Zeit gekommen, das Desaster der Beschwichtigungspolitik
sofort zu beenden. Politik und Wirtschaft sind, besonders im totalitären
Mullah-Regime, voneinander nicht zu trennen. Deutschland ist der wichtigste
Wirtschaftspartner des Regimes in Europa und sollte angesichts der anhaltenden,
beispiellosen Menschenrechtsverletzungen des antisemitischen Mullah-Regimes
durch die Einstellung des Iran-Exports dazu beizutragen, die Kriegsmaschinerie
der Mullahs zu schwächen. Für die Wirtschaftsinteressen, die Konkurrenz
und Machtspiele von europäischen und westlichen Ländern gegenüber China
und Russland um die Geschäfte mit den Mullahs müssen die iranischen und
israelischen Menschen und die gesamte Region einen hohen Preis bezahlen.
Daher müssen jegliche Geschäfte der Unternehmen durch die Bundesregierung
beendet werden, die das Regime und seine Atombomben und das nukleare Raketenarsenal
unterstützen. Hierfür sind von der Stop the Bomb-Koalition konkrete Forderungen
an die Politik und Wirtschaft in Deutschland gestellt worden. Zum Schluss:
Ich schlage dem Bundesvorstand ein öffentliches Streitgespräch über die
Iranpolitik vor, unter der Beteiligung von Vertretern der Green Party
of Iran und den demokratischen Oppositionsgruppen, welche für den Regimewechsel
im Iran sind, veranstaltet vom Bündnis „Stop the Bomb“.
Mit freundlichen Grüssen,
Dr. Kazem Moussavi; (Sprecher der Green Party of Iran in Deutschland)
dr.kazem.moussavi@gmx.de
Berlin, den. 25.10.2009
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